Lohnt sich Wärmepumpe im Altbau? Der Eignungstest.
Wärmepumpen funktionieren grundsätzlich auch im Altbau — aber nicht in jedem. Der entscheidende Faktor ist die Jahresarbeitszahl (JAZ): Sie muss mindestens 3,0 erreichen, sonst gibt's keine Förderung und der Betrieb wird unwirtschaftlich. Hier der ehrliche Schnelltest.
1. Sanierungsstand
2. Wärmeabgabe im Haus
3. Geplanter WP-Typ
Dein Eignungs-Urteil
Wärmepumpe lohnt sich aktuell NICHT
Bei deinem Gebäudetyp (teilsaniertem Altbau) und modernen Heizkörpern liegt die erwartete Jahresarbeitszahl bei 2.6 — unter der Fördergrenze von 3,0. Ohne Dämmung/Sanierung keine Förderung und unwirtschaftlicher Betrieb.
JAZ-Realitätscheck
Die wichtigste Tabelle überhaupt für die Altbau-Entscheidung — Werte aus realen Messprojekten, nicht Laborwerte.
Realistische JAZ nach Gebäudetyp
Quelle: Fraunhofer ISE, BDH — nicht Werbewerte. Fördergrenze 3,0 rot markiert.
| Gebäudetyp | Luft-WP | Sole-WP | Wasser-WP |
|---|---|---|---|
| Neubau KfW 40 | 3.8 | 4.5 | 4.8 |
| Neubau Standard | 3.5 | 4.2 | 4.5 |
| Altbau saniert | 3.2 | 3.8 | 4.0 |
| Altbau teilsaniert | 2.8 | 3.3 | 3.5 |
| Altbau ungedämmt | 2.3 | 2.8 | 3.0 |
Wenn die Ampel rot ist
Gute Nachricht: „Rot“ heißt nicht „niemals“. Fast jeder Altbau lässt sich WP-tauglich machen — nur eben nicht ohne Vorarbeit.
- Heizkörpertausch: Alte, schmale Heizkörper gegen Typ-22/33-Flächenheizkörper oder Niedertemperatur- Heizkörper. Hebt JAZ um 0,3–0,5 Punkte.
- Dachdämmung (oberste Geschossdecke): Oft unter 3.000 € machbar, reduziert Wärmebedarf um 15–25%.
- Fenstertausch: Alte Einscheiben- oder Zweifach-Fenster gegen 3-fach-Verglasung (wenn Fassade es erlaubt).
- Hybrid-Lösung: Wärmepumpe übernimmt 70% des Jahresbedarfs, Gas/Pellet schaltet nur bei extremer Kälte zu. BEG-Förderfähig.